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Was zeigt der EC-Wert und welcher passt?

Kurz gesagt

Der EC-Wert zeigt, wie gut Wasser Strom leitet. Gelöster Dünger zerfällt in geladene Teilchen. Je mehr davon gelöst sind, desto höher der EC. Er wird in mS/cm gemessen. Auch Leitungswasser hat schon einen EC, darum misst du es zuerst: Hat dein Wasser 0,5 mS/cm und die fertige Lösung 2,5 mS/cm, kommen 2,0 mS/cm vom Dünger. Einen EC-Wert für alle Pflanzen gibt es nicht. Dosiere nach dem Plan des Düngerherstellers und kontrolliere mit dem Messgerät.

Ausführlich erklärt

Der EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit) zeigt, wie gut Wasser Strom leitet. Viele Stoffe zerfallen beim Lösen im Wasser in elektrisch geladene Teilchen, die Ionen. Je mehr davon gelöst sind, desto besser leitet das Wasser (Penn State Extension). Weil die Ionen in der Nährlösung in vielen Fällen vom Dünger stammen, steht der EC gut für die Düngermenge (Penn State Extension, Purdue University). Gemessen wird in Millisiemens pro Zentimeter (mS/cm). 1 mS/cm entspricht 1.000 µS/cm und hat denselben Zahlenwert wie dS/m (Purdue University).

Auch Leitungswasser hat schon einen EC, weil darin Mineralien gelöst sind. Miss dein Ausgangswasser deshalb zuerst. Was danach mehr angezeigt wird, kommt vom Dünger (Cornell University, Purdue University). Ein Beispiel der Purdue University: Gießwasser mit 0,5 mS/cm, fertige Nährlösung mit 2,5 mS/cm. Vom Dünger kommen also 2,0 mS/cm. Ob die EC-Angaben eines Düngerherstellers das Leitungswasser schon einschließen, steht nicht immer klar dabei. HESI schreibt für Hydro Wuchs zum Beispiel „EC: max 1,5mS/cm" und dass der Wert je nach Wasserqualität abweichen und dennoch in Ordnung sein kann.

Der EC zeigt nur, wie viel gelöst ist, nicht welche Nährstoffe (Purdue University, U.S. Geological Survey). Ein passender EC heißt also nicht automatisch, dass die Ernährung stimmt. In wiederverwendeter Nährlösung bestimmen oft Ionen den EC, die die Pflanze nur langsam aufnimmt, nicht unbedingt Stickstoff, Phosphor und Kalium (Purdue University). Der EC im Tank verändert sich auch von selbst: Nimmt die Pflanze Nährstoffe auf, sinkt er. Verdunstet Wasser, steigt er (Cornell University).

Viele Messgeräte zeigen zusätzlich ppm an. Das ist kein eigener Messwert, sondern der EC mal einem Umrechnungsfaktor. Üblich sind zum Beispiel 500 und 700: Dieselbe Lösung mit 1,2 mS/cm steht dann als 600 oder als 840 ppm auf dem Display (Bluelab). Bei manchen Geräten lässt sich der Faktor einstellen. Vergleiche Werte deshalb am besten in mS/cm, oder prüfe, welche Skala dein Messgerät und dein Düngerhersteller verwenden.

Warmes Wasser leitet besser als kaltes, je Grad Celsius um etwa 0,5 bis 3 % (U.S. Geological Survey). Dieselbe Prüflösung zeigt bei 15 °C rund 19 % weniger als bei 25 °C. Damit Werte vergleichbar sind, werden sie auf 25 °C umgerechnet. Die meisten modernen Geräte machen das automatisch. Ein Messgerät ist nur so gut wie seine Kontrolle: Prüfe es regelmäßig in einer Lösung mit bekanntem Wert. Die Purdue University empfiehlt, dass der Messwert dabei innerhalb von 5 % liegt. Bluelab empfiehlt für Truncheon und Conductivity Pen, die Sonde mindestens einmal im Monat zu reinigen und in einer Lösung mit 2,77 EC zu prüfen.

Mehr Dünger heißt nicht automatisch mehr Wachstum. Viel Salz an den Wurzeln erschwert der Pflanze die Wasseraufnahme (Colorado State University, Lu und Fricke 2023). Mögliche Folgen sind Welken, schlechteres Wachstum und braune Blattränder (Penn State Extension).

Einen EC-Wert für alle Pflanzen gibt es nicht. Schon für Salat in Hydrokultur nennen Fachquellen und Hersteller sehr unterschiedliche Bereiche: 0,4 bis 1,2 mS/cm (Bluelab), 1,0 bis 2,0 mS/cm (e-GRO) und 1,4 bis 1,8 mS/cm (University of Florida). Dosiere deshalb nach dem Plan deines Düngerherstellers und kontrolliere mit dem Messgerät. Bei organischen Düngern in Hydrokultur ist der EC keine optimale Grundlage für das Nachdosieren (Williams und Nelson 2016). Laut Bluelab leiten organische Nährstoffe oft erst, wenn Mikroorganismen sie abgebaut haben. HESI schreibt über TNT Complex, der überwiegend organische Stickstoff führe zu einem niedrigen EC-Wert. Wie viel Dünger nach Herstellerplan in deinen Tank kommt, rechnest du im Dünge-Rechner.

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Häufige Fragen

Welcher EC-Wert ist der richtige für meine Pflanzen?

Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht. Selbst für Salat in Hydrokultur nennt Bluelab 0,4 bis 1,2 mS/cm, e-GRO dagegen 1,0 bis 2,0 mS/cm. Halte dich an den Plan deines Düngerherstellers und kontrolliere mit dem Messgerät.

Muss ich den EC meines Leitungswassers abziehen?

Messen auf jeden Fall, denn Leitungswasser hat einen eigenen EC. Was vom Dünger kommt, ist der Messwert minus Ausgangswasser (Cornell University, Purdue University). Ob ein Zielwert des Herstellers mit oder ohne Leitungswasser gemeint ist, steht nicht immer klar dabei. Im Zweifel frag beim Hersteller nach.

Mein Gerät zeigt ppm. Welche Zahl stimmt?

Keine ist gemessen: ppm ist der EC mal einem Faktor. Bei 1,2 mS/cm zeigt die 500er-Skala 600 ppm, die 700er-Skala 840 ppm (Bluelab). Prüfe, welche Skala dein Gerät und dein Düngerhersteller verwenden, oder vergleiche gleich in mS/cm.

Muss ich mein EC-Messgerät kalibrieren?

Das hängt vom Gerät ab. Der Bluelab Truncheon und der Bluelab Conductivity Pen sind laut Hersteller ab Werk kalibriert. Bluelab empfiehlt aber, die Sonde mindestens einmal im Monat zu reinigen und in 2,77-EC-Lösung zu prüfen. Bei anderen Geräten gilt die Anleitung des Herstellers.

Warum ist der EC bei meinem organischen Dünger so niedrig?

Laut Bluelab zählen organische Nährstoffe oft erst mit, wenn Mikroorganismen sie abgebaut haben. HESI schreibt über TNT Complex, der überwiegend organische Stickstoff führe zu einem niedrigen EC-Wert. Unabhängig davon halten Williams und Nelson (2016) EC-Werte bei organischen Düngern in Hydrokultur für keine optimale Grundlage fürs Nachdosieren. Dosiere deshalb nach dem Plan des Herstellers.

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Quellen

Begriffe erklärt im Grow-Glossar · Stand: 05.10.2026 · GrowNova Redaktion · Alle Erklärvideos