Was ist der pH-Wert und welcher passt?
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Der pH-Wert zeigt, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Jede Stufe ist ein Faktor 10: pH 5 ist zehnmal saurer als pH 6. Er entscheidet, ob die Pflanze die Nährstoffe nutzen kann. Für Nährlösungen und erdelose Substrate wie Kokos gilt meist etwa 5,5 bis 6,5 als günstig, für mineralischen Gartenboden eher 6 bis 7. Den passenden Bereich für deinen Dünger und dein Substrat nennt der Dünger- oder Substrathersteller.
Ausführlich erklärt
Der pH-Wert beschreibt, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Die Skala reicht von 0 bis 14, 7 ist neutral, darunter ist es sauer, darüber basisch. Jede Stufe ist ein Faktor 10: Wasser mit pH 5 ist zehnmal saurer als Wasser mit pH 6 (U.S. Geological Survey). Zwei Stufen sind schon ein Faktor 100: pH 5 ist hundertmal saurer als pH 7 (NC State Extension, University of Georgia). Kleine Zahlenunterschiede sind also große Unterschiede.
Der pH-Wert entscheidet, ob die Pflanze die Nährstoffe auch nutzen kann. Ist er zu hoch, kommen vor allem Spurennährstoffe wie Eisen, Mangan, Bor, Zink und Kupfer schlechter an. Ist er zu niedrig, werden sie zu stark gelöst und können im Überschuss aufgenommen werden (University of Georgia). Die häufigste Ursache für Eisenmangel ist ein zu hoher pH-Wert im Substrat oder Gießwasser (Penn State Extension). Gelbe junge Blätter bedeuten deshalb nicht automatisch, dass mehr Dünger nötig ist. Miss zuerst pH und EC.
Welcher Bereich passt, hängt vom Substrat ab. Für Nährlösungen in der Hydrokultur sind die meisten Nährstoffe bei pH 5,5 bis 6,5 gut verfügbar (Ohio State University). Für erdelose Substrate nennt die Purdue University 5,4 bis 6,2, die University of Georgia 5,4 bis 6,8 für bestes Wachstum. Kokos gehört zu den erdelosen Substraten. Die Hersteller HESI und Athena nennen für Kokos 5,8 bis 6,2. Für mineralischen Gartenboden gilt etwa pH 6 bis 7 als günstig, dort sind die Nährstoffe am besten verfügbar (SUNY College of Environmental Science and Forestry). Einen einzigen richtigen Wert für alle Pflanzen gibt es nicht. Neutral, also pH 7, ist für Nährlösungen nicht ideal. Die empfohlenen Bereiche liegen meist darunter.
Dünger kann den pH-Wert deutlich verändern (University of Georgia). Gemessen wird deshalb die fertige Nährlösung, nach der Mischreihenfolge, die der Hersteller deines Düngers vorgibt. Korrigiere mit pH-Minus oder pH-Plus in kleinen Schritten, rühr um und miss neu. HESI rät, nur kleine Mengen zuzugeben (HESI-Blog). Im HESI-Katalog „pH-Korrektoren" (2012) steht außerdem: gegebenenfalls tropfenweise korrigieren, die verbrauchte Menge notieren und so wenig wie möglich verwenden, weil Säure und Lauge auch den EC-Wert erhöhen.
Hartes, kalkhaltiges Leitungswasser schiebt den pH-Wert mit der Zeit wieder nach oben. Entscheidend ist dabei die Karbonathärte, nicht der pH-Wert des Wassers (Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen, University of Georgia). Ein Beispiel der University of Georgia: Wasser mit pH 7 und hoher Alkalinität hebt den pH im Substrat viel stärker als Wasser mit pH 9 und niedriger Alkalinität. Wie viel Säure du brauchst, hängt deshalb von der Alkalinität ab (Penn State Extension). In Nährlösungen können schnell wachsende Pflanzen den pH-Wert außerdem durch hohe Nitrataufnahme anheben (Ohio State University). Die Karbonathärte erfährst du bei deinem Wasserversorger oder über eine Wasseranalyse.
Ein pH-Stift driftet mit der Zeit. Kalibriere ihn regelmäßig mit mindestens zwei frischen Pufferlösungen, meist pH 7 und pH 4 (U.S. Geological Survey, University of Georgia). Bluelab schreibt für den pH Pen vor, zuerst mit pH 7 und dann mit pH 4 zu kalibrieren, und empfiehlt das einmal im Monat. Tauch den Stift nicht in die Vorratsflasche, sondern gieß etwas Lösung ab, und verwende keine abgelaufenen Lösungen (U.S. Geological Survey). Die Glasspitze muss immer feucht bleiben: Gelagert wird sie in Aufbewahrungslösung, nie in destilliertem, entionisiertem oder Osmosewasser (U.S. Geological Survey, Bluelab). Sehr reines Wasser lässt sich mit normalen Elektroden ohnehin kaum stabil messen.
Das HESI pH-Minus ist eine ätzende Säure. Es besteht laut Sicherheitsdatenblatt zu 59 % aus Phosphorsäure und ist als hautätzend eingestuft (H314). Trag beim Dosieren Schutzhandschuhe und eine dicht schließende Schutzbrille. Bewahre es unter Verschluss, für Kinder und Haustiere unerreichbar und nicht zusammen mit Laugen wie pH-Plus auf.
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Häufige Fragen
Wie oft muss ich meinen pH-Stift kalibrieren?
Bluelab empfiehlt für den pH Pen einmal im Monat, außerdem nach dem Reinigen, nach einem Batteriewechsel und wenn ein Wert unplausibel ist. Immer mit zwei Lösungen, zuerst pH 7, dann pH 4. Keine abgelaufenen Lösungen verwenden und benutzte Lösung wegschütten (U.S. Geological Survey).
Warum zeigt mein pH-Stift bei Osmose- oder destilliertem Wasser jedes Mal etwas anderes?
In sehr reinem Wasser sind kaum Ionen gelöst, die Elektrode braucht sie für eine stabile Messung (U.S. Geological Survey). Laut Bluelab lassen sich solche Wässer mit dem pH Pen nicht messen. Miss stattdessen die fertige Nährlösung.
Kann ich den pH-Stift in die Erde stecken?
Den Bluelab pH Pen nicht, er ist für Lösungen gebaut. Die Purdue University rät davon ab, Sensoren direkt ins Substrat zu stecken, außer die Feuchte ist sehr gleichmäßig. Sie empfiehlt, einen Auszug zu messen, etwa das Sickerwasser nach dem PourThru-Verfahren. Für Gartenboden gibt es Bodentests wie den Neudorff pH-Bodentest.
Ich habe den pH eingestellt, nach ein paar Tagen ist er wieder höher. Warum?
Kalkhaltiges Wasser neutralisiert Säure. Bei hoher Karbonathärte steigt der pH-Wert im Substrat mit der Zeit (Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen). In Nährlösungen können schnell wachsende Pflanzen den pH außerdem durch hohe Nitrataufnahme anheben (Ohio State University). Deshalb regelmäßig messen.
Wie bewahre ich den pH-Stift richtig auf?
Feucht, in Aufbewahrungslösung, Kappe drauf. Nie trocken und nie in destilliertem, entionisiertem oder Osmosewasser (U.S. Geological Survey, Bluelab). Beim Bluelab pH Pen kommen jede Woche 3 bis 5 Tropfen KCl-Lösung in die Kappe (Herstellerangabe).
Mehr dazu
Quellen
- pH and Water · U.S. Geological Survey, Water Science School
- Measurement of pH (Techniques and Methods 9-A6.4) · U.S. Geological Survey (2021)
- Essential pH Management in Greenhouse Crops: pH and Plant Nutrition (Bulletin 1256) · University of Georgia Extension, Pennisi und Thomas (2023)
- pH and Electrical Conductivity Measurements in Soilless Substrates (HO-237-W) · Purdue Extension (2009)
- Hydroponic Nutrient Solution for Optimized Greenhouse Tomato Production (HYG-1437) · The Ohio State University (2018)
- Hydroponics Systems and Principles of Plant Nutrition · Penn State Extension (2026)
- Soil Acidity and Liming: Basic Information for Farmers and Gardeners · NC State Extension (2023)
- Soil pH: What it means · SUNY College of Environmental Science and Forestry
- Veränderungen des pH-Wertes im Substrat während des Kulturverlaufs · Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e. V. (2019)
- Sicherheitsdatenblatt Hesi pH Minus · Hesi Plantenvoeding B.V., Herstellerangabe (2021)
- How to calibrate your Bluelab pH Pen or Probe · Bluelab, Herstellerangabe
- Bluelab pH Probes: Care, maintenance and storage · Bluelab, Herstellerangabe
- Bluelab pH Pen - Care and use guide · Bluelab, Herstellerangabe
- Errors when testing the pH of pure water · Bluelab, Herstellerangabe
- Bluelab pH Pen · Bluelab, Herstellerangabe
- Blended Programm mit Fade (Düngeplan A01.004) · Athena, Herstellerangabe
- Tipps für die erfolgreiche Hydroponik-Zucht · HESI, Herstellerangabe
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