Dünger richtig lagern: frostfrei, dunkel, gut verschlossen
Dünger im Winter in der Garage? Lieber nicht. So lagerst du ihn richtig.
Auf einen Blick · 8 Punkte · Video 1:08
- 1Zu kaltWird Flüssigdünger zu kalt, können sich Kristalle bilden. CANNA rät: nicht unter 10 °C. Also frostfrei, besser über 10 °C.▶ 0:05
- 2Zu warmZu warm ist auch nicht gut. Viele Hersteller raten: keine Hitze, keine direkte Sonne.▶ 0:15
- 3Wie warm genauWie warm genau? Wir haben 7 Hersteller verglichen. 10 bis 25 °C passt bei allen sieben.▶ 0:20
- 4Lieber dunkelUnd lieber dunkel, das raten mehrere Hersteller. Zum Beispiel im Schrank.▶ 0:27
- 5OriginalflascheLass ihn in der Originalflasche. Deckel fest zu, aufrecht hinstellen. Nie in eine Getränkeflasche umfüllen! Weg von Kindern und Lebensmitteln.▶ 0:32
- 6Pulver und GranulatPulver und Granulat? Düngersalze können Wasser aus der Luft ziehen und verklumpen. Beutel nach jedem Gebrauch fest zu.▶ 0:41
- 7Lebende PilzeMittel mit lebenden Pilzen? Für Trichoderma rät ein Hersteller: kühl, trocken, nicht länger über 30 °C. Im Labor hielt es sich kühl länger.▶ 0:48
- 8EtikettUnd schau aufs Etikett: Dort stehen die Lagerhinweise, bei manchen ein Verfallsdatum.▶ 0:57
Lagere Dünger frostfrei, nicht zu warm, dunkel und trocken, in der fest verschlossenen Originalflasche, aufrecht und außer Reichweite von Kindern. Bei Kälte können Flüssigdünger auskristallisieren, manche Hersteller nennen 10 °C als niedrigste Lagertemperatur. Die Hersteller nennen unterschiedliche Temperaturbereiche, 10 bis 25 °C passt bei allen von uns verglichenen. Pulver nach jedem Gebrauch dicht verschließen, Mittel mit lebenden Pilzen kühl lagern und nicht lange aufheben. Lagerhinweise stehen auf dem Etikett, Zahlen oft im Sicherheitsdatenblatt.
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Häufige Fragen
Darf mein Flüssigdünger im Winter in der Garage stehen?
Besser nicht. Bei Kälte können Flüssigdünger auskristallisieren (BSI 2020). Die meisten Hersteller, deren Unterlagen wir gelesen haben, schreiben „frostfrei" oder nennen eine Untergrenze, zum Beispiel Mills 10 °C (C4), Terra Aquatica und HydroGarden 5 °C, Atami 0 oder 5 °C, Plagron 0 °C (Herstellerangaben). Den genauen Wert für dein Produkt findest du auf dem Etikett oder im Sicherheitsdatenblatt, Abschnitt 7.
In meiner Flasche sind Kristalle. Kann ich den Dünger noch benutzen?
Dazu haben wir keine belastbare Herstellerangabe gefunden. Belegt ist nur, dass Flüssigdünger bei Kälte auskristallisieren können, dafür gibt es sogar eine Prüfnorm, ISO 23381 (BSI 2020). Ob sich die Kristalle wieder vollständig lösen und ob die Mischung danach noch stimmt, kann dir nur der Hersteller sagen. Frag dort nach und lagere künftig frostfrei.
Wie lange ist Dünger haltbar?
Das steht auf dem Etikett oder im Datenblatt. Plagron nennt für Hydro Roots zum Beispiel 4 Jahre ab Herstellung, ungeöffnet (Herstellerangabe). Für Pflanzen-Biostimulanzien schreibt die EU ein Herstellungs- und Verfalldatum vor, für organische Düngemittel ein Herstellungsdatum (Verordnung (EU) 2019/1009, Anhang III). Eine allgemeine Pflicht zu einem Haltbarkeitsdatum für mineralische Dünger haben wir nicht gefunden.
Muss Dünger dunkel stehen?
Plagron rät dazu („dunkel lagern"), Mills, Atami und HydroGarden raten, vor direktem Sonnenlicht zu schützen (Herstellerangaben). Versuche einer Arbeitsgruppe zeigen, dass starkes UV- und Blaulicht von Hochdrucklampen das Eisenchelat in Düngerlösungen zerstören kann, das Eisen fällt dann aus (Albano und Miller 2003). Für die verschlossene Flasche im Schrank ist das nicht untersucht. Dunkel lagern schadet aber nicht.
Wie bewahre ich Pulverdünger und Pilzpräparate auf?
Pulver trocken und dicht verschlossen, weil Düngersalze Feuchtigkeit aus der Luft ziehen und verklumpen können (Sharma und Patel 2000, Laurent 2002). Die Pulverdünger von Green House Feeding laut Hersteller nicht mit Brennbarem mischen (Herstellerangabe). Präparate mit lebenden Pilzen zusätzlich kühl: TrikoLogic laut Terra Aquatica ideal 5 bis 25 °C, nicht längere Zeit über 30 °C. In einer Studie aus Nepal hielt sich Trichoderma bei 4 °C über ein Jahr, bei 15 bis 25 °C blieb es nur bis zu drei Monate optimal lebensfähig (Manandhar und Kollegen 2018).
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In Flüssigdüngern sind Salze gelöst. Wird es zu kalt, können sie auskristallisieren. Das Problem ist so bekannt, dass es eine eigene internationale Prüfnorm gibt, ISO 23381, die die Temperatur bestimmt, bei der Salze aus einem Flüssigdünger ausfallen. Laut der Normungsorganisation sind Transport, Lagerung und Umgang bei Kälte deshalb ein Problem (BSI 2020). Der Hintergrund: Bei vielen Düngersalzen steigt die Löslichkeit mit der Temperatur. Bei Kaliumnitrat lösen sich zwischen 20 und 30 °C je Grad rund 1,4 g mehr in 100 g Wasser (Laurent 2002, Tagungsbeitrag beim Industrieverband IFA). Kälter heißt also: Weniger Salz bleibt gelöst. Die Hersteller raten zu frostfreier Lagerung. Mills nennt für C4 eine Lagertemperatur von 10 bis 30 °C und schreibt „Keep out of frost" (Sicherheitsdatenblatt C4, 2021). Plagron und Atami schreiben, vor Frost zu schützen oder nicht unter 0 °C zu lagern (Herstellerangaben). Bei welcher Temperatur sich in einer bestimmten Flasche Kristalle bilden, nennt keines der von uns gelesenen Sicherheitsdatenblätter.
Auch Wärme und Sonne vertragen Dünger laut Herstellern nicht gut. Mills rät, hohe Temperaturen zu vermeiden („Avoid high temperatures", Sicherheitsdatenblatt C4). Mills, Plagron, Atami und HydroGarden (Marken VitaLink und Essentials) raten von direkter Sonne ab, HydroGarden schreibt, niedrige oder hohe Temperaturen können das Produkt beeinträchtigen (Herstellerangaben). Welcher Bereich genau gilt, ist je Hersteller verschieden. Wir haben die Angaben von sieben Herstellern verglichen. Fünf davon haben ihre Unterlagen öffentlich: Mills 10 bis 30 °C (C4), Plagron 0 bis 35 °C (Hydro Roots), Terra Aquatica 5 bis 30 °C (Urtimax) und 5 bis 25 °C (TrikoLogic), HydroGarden 5 bis 25 °C (Essentials Plus CalMag), Atami 5 bis 35 °C (VGN CalMag). Ein Bereich von 10 bis 25 °C liegt bei allen innerhalb der Angaben, auch bei den zwei Herstellern, deren Sicherheitsdatenblätter nicht öffentlich abrufbar sind (unsere Rechnung aus diesen Herstellerangaben). Für dein Produkt zählt, was dein Hersteller schreibt. Die Zahlen stehen oft im Sicherheitsdatenblatt, im Abschnitt 7 „Handhabung und Lagerung", zu vermeidende Bedingungen wie Frost oder Hitze im Abschnitt 10.
Plagron schreibt auf das Etikett von Hydro Roots „Aufrecht transportieren und dunkel lagern", Mills, Atami und HydroGarden raten, vor direktem Sonnenlicht zu schützen (Herstellerangaben). Einen möglichen Grund für dunkle Lagerung zeigen Versuche einer US-Arbeitsgruppe: Manche Dünger enthalten Eisen als Chelat, eine Form, die das Eisen gelöst hält, zum Beispiel als Fe-EDTA. Als die Forscher einen handelsüblichen Dünger mit Fe-EDTA in Lösung mit UV- und Blaulicht von starken Hochdrucklampen bestrahlten, gingen 98 % des gelösten Eisens verloren, das meiste setzte sich als Niederschlag ab. Die Kontrolle stand in Gefäßen, die mit Alufolie abgedeckt waren (Albano und Miller 2003). In einem Versuch mit Studentenblumen in bestrahlter Nährlösung mit Fe-DTPA hatten die Blätter 33 % weniger Eisen als in unbestrahlter Lösung (Albano und Miller 2001). Bei Tomaten unterschieden sich Wuchshöhe und Blatt-Trockengewicht dagegen nur wenig (Albano und Miller 2003). Wichtig: Das ist nur von einer Arbeitsgruppe untersucht, unter starken Lampen und in bestrahlten Lösungen, nicht in verschlossenen Flaschen. Ob Licht im Zimmer einer verschlossenen Düngerflasche schadet, haben wir nicht gefunden. Dunkel zu lagern, wie die Hersteller raten, schadet aber nicht.
Dünger bleibt in seiner Originalflasche mit Etikett. Das schreiben viele Hersteller, etwa Mills („Store in original container"), Atami („Nur im Originalbehälter aufbewahren") und HydroGarden („nur in der Originalverpackung aufbewahren"). Geöffnete Flaschen sorgfältig verschließen und aufrecht lagern, damit nichts ausläuft (Atami, Herstellerangabe). Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt in seiner Broschüre zu Vergiftungsunfällen bei Kindern zu Chemikalien: „Kein Umfüllen in Getränkeflaschen." (BfR 2017). Dazu gehört: außer Reichweite von Kindern und nicht neben Lebensmitteln und Getränken lagern (Atami, HydroGarden, Herstellerangaben).
Pulver und Granulate halten sich am besten trocken und dicht verschlossen. Grund ist die Hygroskopie: Viele Düngersalze nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf, sobald die relative Luftfeuchte über einem bestimmten Wert liegt, der kritischen relativen Feuchte. Für reine Salze bei 30 °C liegt sie zum Beispiel bei 46,7 % für Calciumnitrat, 59,5 % für Ammoniumnitrat und 72,5 % für Harnstoff. Manche Mischungen ziehen schon viel früher Wasser, eine Mischung aus Calcium- und Ammoniumnitrat bei 23,5 % (Sharma und Patel 2000, Tagungsbeitrag IFA). Bei Ammoniumnitrat sinkt der Wert mit der Wärme, von 75,3 % bei 10 °C auf 48,4 % bei 50 °C, und Temperaturwechsel lassen seine Kristalle zusammenbacken (Laurent 2002, IFA). Diese Zahlen gelten für reine Salze, nicht für fertige Düngermischungen. Green House Feeding schreibt für seine Pulverdünger „Tight closed. Dry." und nennt hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchte als zu vermeidende Bedingungen (Herstellerangabe). Dasselbe Sicherheitsdatenblatt kennzeichnet die Pulver mit „May intensify fire; oxidizer", also als Brand fördernd, und rät, sie nicht mit brennbaren Stoffen zu mischen (Green House Feeding, Herstellerangabe). Im Alltag heißt das: nicht neben Papier, Holzspänen oder Brennstoffen lagern und verschüttetes Pulver nicht mit Brennbarem zusammenkehren (unsere Übersetzung). Die Einstufung in Abschnitt 2 desselben Blatts nennt allerdings nur eine Augenreizung, das Blatt ist hier in sich widersprüchlich.
Für TrikoLogic, ein Mittel mit dem lebenden Pilz Trichoderma, nennt Terra Aquatica eine niedrigere Obergrenze als die meisten Flüssigdünger-Hersteller: ideal 5 bis 25 °C. Längere Zeit über 30 °C und feuchte Lagerung soll man vermeiden (Sicherheitsdatenblatt TrikoLogic, Herstellerangabe). Zwei unabhängige Studien zeigen, dass Trichoderma bei 4 °C länger lebensfähig bleibt als bei Raumtemperatur: In Nepal hielt es sich bei 4 °C über ein Jahr, bei 15 bis 25 °C blieb die Lebensfähigkeit nur bis zu drei Monate optimal (Manandhar und Kollegen 2018). In Thailand blieben bei 4 °C mehr Trichoderma-Keime lebensfähig als bei Raumtemperatur (Kawicha und Kollegen 2020). Die Studie aus Nepal prüfte zwei Handelsprodukte und ein selbst hergestelltes Präparat, die Studie aus Thailand selbst entwickelte Granulate. TrikoLogic wurde in keiner der beiden Studien untersucht. Zum Kühlschrank sagt das Sicherheitsdatenblatt von TrikoLogic nichts, die 4 °C aus den Studien liegen knapp unter dem idealen Bereich des Herstellers. Für Mykorrhiza steht mehr auf der Seite zur Mykorrhiza.
Wie lange Dünger hält, steht auf Etikett oder Datenblatt. Die EU-Düngeprodukteverordnung schreibt für EU-Düngeprodukte die empfohlenen Lagerbedingungen auf dem Etikett vor, für Pflanzen-Biostimulanzien zusätzlich Herstellungs- und Verfalldatum und für organische Düngemittel ein Herstellungsdatum (Verordnung (EU) 2019/1009, Anhang III, ursprüngliche Fassung). Auch die deutsche Düngemittelverordnung verlangt Angaben zur sachgerechten Lagerung (DüMV, Anlage 2). Eine allgemeine Pflicht zu einem Haltbarkeitsdatum für mineralische Dünger haben wir nicht gefunden. Manche Hersteller nennen trotzdem eines: Plagron gibt für Hydro Roots 4 Jahre ab Herstellung an, ungeöffnet (Datenblatt und Etikett, Herstellerangabe). Ist eine Flasche zum Beispiel im März 2025 hergestellt, gilt sie laut Etikett bis März 2029. Und vor dem Abmessen: Flasche gut schütteln, das raten Plagron („Shake well before use") und HydroGarden („Vor Gebrauch gut schütteln") in ihren Herstellerangaben.
Mehr dazu
Quellen anzeigen (19)
- BS ISO 23381:2020 Determination of salt out (crystallization) temperature of liquid fertilizers (Produktbeschreibung) · BSI (British Standards Institution), 2020
- Straight Ammonium Nitrate Fertilizer Granule-Prill Stabilization: Theoretical Possibilities · Laurent (Kemira), IFA Technical Conference Chennai (2002), Tagungsbeitrag
- Study and Evaluation of Hygroscopic Behavior of Phosphatic Fertilizers, Ammonium Nitrophosphate (ANP) and Calcium Ammonium Nitrate (CAN) · Sharma und Patel (Gujarat Narmada Valley Fertilizers), IFA Technical Conference New Orleans (2000), Tagungsbeitrag
- Safety Data Sheet Mills C4 (Version 3, 10/8/2021) · Mills Nutrients, Herstellerangabe
- Product Data Sheet Hydro Roots (01.10.2024) · Plagron, Herstellerangabe
- Etikett Hydro Roots (mehrsprachig, mit deutschem Teil) · Plagron, Herstellerangabe
- Sicherheitsdatenblatt Urtimax (Version 7) · Terra Aquatica, Herstellerangabe
- Sicherheitsdatenblatt TrikoLogic (Version 7, 17.01.2024) · Terra Aquatica, Herstellerangabe
- Sicherheitsdatenblatt Essentials PLUS CalMag (01.12.2023) · HydroGarden (Marken Essentials und VitaLink), Herstellerangabe
- Sicherheitsdatenblatt VGN CalMag (08.12.2023) · Atami, Herstellerangabe
- Sicherheitsdatenblatt ATA Terra Max (21.04.2022) · Atami, Herstellerangabe
- Safety Data Sheet Powder Feeding Grow (Version 5, 08.01.2026) · Green House Feeding, Herstellerangabe
- Ferric Ethylenediaminetetraacetic Acid Photodegradation in a Commercially Produced Soluble Fertilizer Affects Iron Uptake in Tomato · Albano und Miller, HortTechnology 13 (2003)
- Photodegradation of FeDTPA in Nutrient Solutions. II. Effects on Root Physiology and Foliar Fe and Mn Levels in Marigold · Albano und Miller, HortScience 36 (2001)
- Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Giftnotruf Berlin und BAG Mehr Sicherheit für Kinder (2017)
- Viability Study of Trichoderma viride in Different Formulations at Different Temperatures · Manandhar, Baidya, Manandhar und Pant, Journal of the Plant Protection Society 5 (2018)
- Trichoderma-Granulat gegen die Tomatenwelke (Thai, mit englischem Abstract) · Kawicha und Kollegen, Thai Journal of Science and Technology 9 (2020)
- Verordnung (EU) 2019/1009 mit Vorschriften für die Bereitstellung von EU-Düngeprodukten auf dem Markt (Anhang III) · Europäisches Parlament und Rat, Amtsblatt der EU L 170 (2019)
- Düngemittelverordnung (DüMV), Anlage 2 · Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
Begriffe erklärt im Grow-Glossar · Stand: 16.10.2026 · GrowNova Redaktion · Alle Erklärvideos