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NPK: Was heißen die drei Zahlen auf dem Dünger?

Kurz gesagt

Die drei Zahlen geben den Gehalt der drei Hauptnährstoffe in Prozent vom Gewicht an, immer in der Reihenfolge Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K). „3-2-3" heißt: 100 g Dünger enthalten 3 g Stickstoff, 2 g Phosphat (P2O5) und 3 g Kaliumoxid (K2O). Phosphor und Kalium stehen dabei in der Regel als Oxid auf dem Etikett: Phosphat mal 0,436 ergibt reinen Phosphor, Kaliumoxid mal 0,830 reines Kalium, hier 0,87 g und 2,49 g. Auch bei Flüssigdünger sind es Prozent vom Gewicht, wenn keine andere Bezugsgröße angegeben ist. Was im Gießwasser landet, entscheidet die Dosierung.

Ausführlich erklärt

Die drei Zahlen auf einem Dünger, etwa „3-2-3" oder „15-7-22", stehen für die drei Hauptnährstoffe, im EU-Recht Primärnährstoffe genannt. Sie stehen immer in derselben Reihenfolge: Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), kurz NPK (Verordnung (EU) 2019/1009). Jede Zahl ist ein Anteil in Prozent vom Gewicht, und zwar vom Dünger so, wie er verkauft wird (Verordnung (EU) 2019/1009; Düngemittelverordnung, § 1). „3-2-3" heißt also: In 100 g Dünger stecken 3 g Stickstoff, 2 g Phosphat und 3 g Kaliumoxid (Montana State University 2009, Penn State Extension 2026).

Die zweite und die dritte Zahl zählen Phosphor und Kalium in der Regel nicht als reinen Nährstoff, sondern als Oxid: Phosphor als Phosphat (P2O5), im EU-Recht Phosphorpentoxid genannt, Kalium als Kaliumoxid (K2O) (Verordnung (EU) 2019/1009; Düngemittelverordnung, § 6; University of Georgia 2004). Als solche Oxide liegen die Nährstoffe im Dünger gar nicht vor, es ist eine Rechenform (Penn State Extension 2025). Den reinen Nährstoff erhältst du mit festen Faktoren: Phosphat mal 0,436 ergibt Phosphor, Kaliumoxid mal 0,830 ergibt Kalium (Verordnung (EU) 2019/1009; die Düngemittelverordnung schreibt 0,83). Hochschulen runden auf 0,44 und 0,83 (Penn State Extension 2025, University of Georgia 2004). Aus „3-2-3" werden so je 100 g Dünger 3 g Stickstoff, 0,87 g Phosphor und 2,49 g Kalium. Das Verhältnis der reinen Nährstoffe ist also nicht 3 : 2 : 3, sondern etwa 3 : 0,9 : 2,5. Die Royal Horticultural Society zeigt dasselbe an einem britischen Gartendünger 7-7-7: Er enthält 7 % Stickstoff, aber nur 3,1 % Phosphor und 5,8 % Kalium.

Die Oxidschreibweise ist eine alte Tradition (Penn State Extension 2025). Nach einer Erklärung der Montana State University stammt sie aus der Zeit, als Geochemiker den Gehalt von Mineralien als die Oxide angaben, die beim Erhitzen entstehen. Eine zweite Quelle dafür haben wir nicht gefunden. Bis heute steht sie im Düngerrecht: Nach der deutschen Düngemittelverordnung ist die Oxidform Pflicht, der reine Nährstoff darf nur zusätzlich angegeben sein (Düngemittelverordnung, § 6). Nach der EU-Verordnung für EU-Düngeprodukte darf der reine Nährstoff die Oxidform auch ersetzen (Verordnung (EU) 2019/1009). Schau deshalb nach, welche Form auf dem Etikett steht. Auf britischen Etiketten steht laut Royal Horticultural Society meist das Oxid vorn und das Element dahinter in Klammern, etwa „7 % (5,8 % K)".

Auch bei Flüssigdünger beziehen sich die Prozent auf das Gewicht, solange keine andere Bezugsgröße genannt ist. Gramm je Liter darf ein Hersteller nach der Düngemittelverordnung nur zusätzlich angeben (Düngemittelverordnung, Anlage 2). Ein Liter Konzentrat kann aber mehr als ein Kilo wiegen. Für TNT Complex (3-2-3) nennt HESI eine Dichte von 1,0465 g/cm³ (Herstellerangabe, Sicherheitsdatenblatt). Ein Liter wiegt also 1.046,5 g. Beziehen sich die 3 % Stickstoff aufs Gewicht, stecken darin rund 31,4 g Stickstoff, nicht 30 g (unsere Rechnung; das Etikett haben wir nicht eingesehen). Für Bio Hesi Grow (4-1-4, Herstellerangabe) nennt HESI 1,25 bis 1,3 g/cm³ (Herstellerangabe, Sicherheitsdatenblatt), ein Liter enthält damit unter derselben Annahme 50 bis 52 g Stickstoff (unsere Rechnung). Um von Gewicht auf Liter umzurechnen, brauchst du also die Dichte (Montana State University 2009). Eine Ausnahme gibt es: Bei flüssigen anorganischen EU-Düngeprodukten darf der Gehalt auch als Volumenanteil angegeben sein (Verordnung (EU) 2019/1009). Dann gilt, was auf dem Etikett steht.

Was die drei Zahlen nicht verraten: in welcher Form der Stickstoff vorliegt, etwa als Nitrat, Ammonium, Harnstoff oder organisch gebunden. Davon hängt ab, wie verfügbar der Stickstoff im Boden ist (Montana State University 2009). Die Formen stehen, wenn angegeben, gesondert auf dem Etikett (Verordnung (EU) 2019/1009, Royal Horticultural Society). Auch Calcium, Magnesium, Natrium und Schwefel stecken nicht in den drei Zahlen. Sie werden extra angegeben, bei EU-Düngeprodukten als Oxid in eckigen Klammern. Spurennährstoffe wie Eisen oder Zink werden danach eigens aufgeführt (Verordnung (EU) 2019/1009). Ein Dünger kann außerdem Nährstoffe enthalten, die gar nicht auf dem Etikett stehen, weil der Hersteller ihre Menge nicht garantieren will (NC State Extension 2022). Über die Qualität, etwa ob der Dünger klumpt oder wie gut die Rohstoffe sind, sagt das Etikett nichts (Royal Horticultural Society).

Bei organischen Düngern bauen Bodenlebewesen das organische Material erst ab, dabei wird zum Beispiel der Stickstoff für die Pflanze frei. Fachleute nennen das Mineralisierung (Penn State Extension 2013). Die meisten Nährstoffe aus organischem Material werden deshalb langsamer verfügbar als aus anorganischen Düngern (Penn State Extension 2013). Es gibt Ausnahmen: Manche wasserlöslichen organischen Dünger, etwa Fischemulsion, liefern Nährstoffe schnell (NC State Extension 2022). Wie schnell es geht, hängt von Feuchte, Temperatur und dem Bodenleben ab (NC State Extension 2022). Die drei Zahlen zeigen nur den Gesamtgehalt, nicht, wie schnell er frei wird. Dazu kommt: Die Zahl auf der Packung ist ein angegebener Wert mit erlaubter Abweichung. Bei organischen Düngern darf der Gehalt an Stickstoff, Phosphat und Kaliumoxid bis zu 50 % vom angegebenen Wert abweichen, höchstens aber um 1 Prozentpunkt (Verordnung (EU) 2019/1009; Düngemittelverordnung, Anlage 1). Bei angegebenen 3 % Stickstoff sind das also 2 bis 4 %.

Wie viel Nährstoff im Gießwasser landet, entscheidet die Dosierung. Wie viel du nimmst, richtet sich nach dem Gehalt (NC State Extension 2022). Flüssigdünger haben wegen der begrenzten Löslichkeit meist niedrigere Zahlen als feste Dünger (Montana State University 2009). Ein Rechenbeispiel: Für TNT Complex (3-2-3) empfiehlt HESI 50 ml auf 10 Liter (Herstellerangabe). Mit der Dichte laut Sicherheitsdatenblatt sind das rund 5,23 g Dünger je Liter Gießwasser und damit rund 157 mg Stickstoff je Liter, wenn sich die 3 % aufs Gewicht beziehen. Ein Pulverdünger mit 15-7-22 wird laut Hersteller in der Wachstumsphase mit höchstens 1 g je Liter dosiert. Diese Menge bringt 150 mg Stickstoff je Liter. 1 mg je Liter entspricht dabei 1 ppm (Penn State Extension 2026). Trotz ganz anderer Zahlen auf der Packung landet also fast gleich viel Gesamtstickstoff im Gießwasser (unsere Rechnung). Wie schnell die Pflanze ihn nutzen kann, sagt diese Rechnung nicht. Das hängt von der Form des Stickstoffs ab (Montana State University 2009). Bei TNT Complex ist laut HESI der größte Teil des Stickstoffs organisch (Herstellerangabe), er muss also erst freigesetzt werden (Penn State Extension 2013). Das sind keine Zielwerte für eine bestimmte Pflanze. Maßgeblich ist die Dosierung auf der Packung.

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Häufige Fragen

Was bedeuten die drei Zahlen auf meinem Dünger?

Sie geben den Gehalt der drei Hauptnährstoffe in Prozent vom Gewicht an, immer in der Reihenfolge Stickstoff, Phosphor, Kalium (N-P-K). „3-2-3" heißt: 100 g Dünger enthalten 3 g Stickstoff, 2 g Phosphat (P2O5) und 3 g Kaliumoxid (K2O). Gemeint ist der Dünger so, wie er verkauft wird (Verordnung (EU) 2019/1009, Düngemittelverordnung, Montana State University 2009).

Warum steht da P2O5 und K2O, und wie viel reiner Phosphor und reines Kalium ist das?

Das ist eine alte Rechenform, die im Düngerrecht steht. Als P2O5 oder K2O liegen die Nährstoffe im Dünger gar nicht vor (Penn State Extension 2025). Umrechnung: Phosphat mal 0,436 ergibt Phosphor, Kaliumoxid mal 0,830 ergibt Kalium (Verordnung (EU) 2019/1009, Düngemittelverordnung). Aus „3-2-3" werden so 3 % Stickstoff, 0,87 % Phosphor und 2,49 % Kalium. Nach EU-Recht darf ein Hersteller den reinen Nährstoff statt oder zusätzlich zur Oxidform angeben, nach der Düngemittelverordnung nur zusätzlich.

Sind die Prozent bei Flüssigdünger Gramm pro Liter?

Nein, nicht ohne Umrechnung. Die Prozent beziehen sich aufs Gewicht, solange keine andere Bezugsgröße genannt ist, und ein Liter Konzentrat kann mehr als ein Kilo wiegen (Düngemittelverordnung, Montana State University 2009). Bei 3 % Stickstoff nach Gewicht und einer Dichte von 1,0465 g/cm³ (HESI TNT Complex, Herstellerangabe) sind es rund 31,4 g Stickstoff je Liter. Gramm je Liter darf ein Hersteller nach der Düngemittelverordnung nur zusätzlich angeben. Bei flüssigen anorganischen EU-Düngeprodukten ist auch eine Angabe als Volumenanteil erlaubt (Verordnung (EU) 2019/1009). Darum aufs Etikett schauen.

Ist ein Dünger mit höheren Zahlen stärker?

Je Gramm steckt mehr Nährstoff drin. Was im Gießwasser landet, entscheidet aber die Dosierung, und wie viel du nimmst, richtet sich nach dem Gehalt (NC State Extension 2022). Flüssigdünger haben wegen der Löslichkeit meist niedrigere Zahlen als feste Dünger (Montana State University 2009). In unserem Rechenbeispiel liefert ein Flüssigdünger 3-2-3 bei 50 ml auf 10 Liter etwa so viel Stickstoff je Liter wie ein Pulverdünger mit 15-7-22 bei 1 g je Liter. Das ist die Gesamtmenge. Wie schnell der Stickstoff verfügbar wird, hängt von seiner Form ab (Montana State University 2009). Über die Qualität sagt die Zahl nichts (Royal Horticultural Society). Halte dich an die Dosierung des Herstellers.

Was sagen die drei Zahlen nicht?

Sie sagen nicht, in welcher Form der Stickstoff vorliegt (Montana State University 2009, Royal Horticultural Society), wie viel Calcium, Magnesium, Schwefel und Spurennährstoffe drin sind (Verordnung (EU) 2019/1009) und wie schnell organische Dünger ihre Nährstoffe freigeben (Penn State Extension 2013, NC State Extension 2022). Diese Angaben stehen, wenn überhaupt, gesondert auf dem Etikett. Manche Nährstoffe gibt ein Hersteller gar nicht an, wenn er die Menge nicht garantieren will (NC State Extension 2022).

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Quellen

Begriffe erklärt im Grow-Glossar · Stand: 06.10.2026 · GrowNova Redaktion · Alle Erklärvideos