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Was aus dem Topf läuft, verrät die Salze: Ablaufwasser messen

Kurz gesagt

Im Topf bleiben Salze aus Dünger und Gießwasser zurück, die die Pflanze nicht aufnimmt. Abfließendes Wasser nimmt sie mit. Wie viel sich angesammelt hat, zeigt der EC-Wert des Ablaufwassers. Beim PourThru gießt du, bis unten etwas abläuft, wartest 30 bis 60 Minuten, gießt oben wenig nach (etwa 75 ml bei 10 bis 15 cm Topf) und misst die rund 50 ml Ablauf sofort. Miss dein Gießwasser mit und vergleiche nur mit PourThru-Werten für deine Pflanze. Steigt der Wert über Wochen oder bildet sich eine weiße Kruste, spülst du mit klarem Wasser durch.

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Häufige Fragen

Wie messe ich, ob sich in meinem Topf Salze ansammeln?

Mit dem Ablaufwasser: gießen, bis unten etwas abläuft, 30 bis 60 Minuten warten, leeren Untersetzer unterstellen, oben eine kleine Menge gleichmäßig nachgießen (etwa 75 ml bei einem Topf mit 10 bis 15 cm Durchmesser) und die rund 50 ml, die unten herauskommen, sofort mit einem EC-Messgerät messen. Mehr als 60 bis 70 ml Ablauf verdünnen die Probe. Miss dein Gießwasser mit und vergleiche die Werte über mehrere Wochen (Purdue HO-237; NC State University 2000; NC State AG-717).

Welcher EC-Wert ist im Ablaufwasser normal?

Das hängt von der Pflanze und von der Messmethode ab. Für Basilikum nennt die e-GRO-Datenbank der NC State University beim PourThru, von oben gegossen, 1,3 bis 2,0 mS/cm, für den Weihnachtsstern 2,0 bis 4,3 mS/cm; Purdue ordnet den Weihnachtsstern bei 2,6 bis 4,6 mS/cm ein (Purdue HO-237). Die Werte stammen aus Gärtnereien und gelten nur für das PourThru-Verfahren, nicht für Nährlösung oder Einstechfühler. Für tragende Tomaten und Paprika haben wir keine Werte gefunden. Wichtiger als ein Einzelwert ist, ob dein Wert über die Wochen steigt (Purdue HO-237).

Nehme ich zum Nachgießen destilliertes Wasser oder mein Gießwasser?

Die Anleitungen unterscheiden sich. Purdue HO-237, die NC State University (2000) und Cornell nehmen destilliertes Wasser. NC State AG-717 nimmt für Baumschulen das normale Gießwasser, Purdue HO-285 (2018) ausdrücklich die gewohnte Düngerlösung und kein reines Wasser. Welche Wahl den Wert wie stark verändert, haben wir nicht gefunden. Wichtig ist, immer gleich vorzugehen und nur so viel nachzugießen, dass unten rund 50 ml ankommen (Purdue HO-237).

Auf meiner Erde ist eine weiße Kruste. Was tun?

Eine weiße, kristalline Kruste auf der Erde oder am Topfrand zeigt angesammelte Salze aus Dünger und Gießwasser (Colorado State University, University of Georgia 2022). Nimm die Kruste ab, stell den Topf ins Waschbecken, spüle mit klarem Wasser durch und lass es ganz ablaufen, am besten vor dem nächsten Düngen (Colorado State University; University of Maryland Extension 2023). Wie viel Wasser, sagen die Beratungsstellen unterschiedlich, von rund einem Fünftel des Substratvolumens (University of Georgia, unsere Umrechnung) bis zum doppelten Topfvolumen (University of Maryland). Ständiges kräftiges Spülen ist nicht besser, zu viel Wasser begünstigt oft Erreger von Wurzelfäule (Virginia Tech, SPES-128). Ist sehr viel Salz im Topf, raten die Colorado State University und die University of Maryland, in frische Erde umzutopfen.

Muss ich das Wasser im Untersetzer wegschütten?

Ja, bei normalen Töpfen. Die University of Maryland Extension, die Colorado State University und die University of Georgia raten, das abgelaufene Wasser auszuleeren und den Topf nicht darin stehen zu lassen. Laut University of Georgia können Untersetzer zu einer übermäßigen Ansammlung von Düngersalzen führen. Ausnahme sind Systeme wie AutoPot, die mit Wasser in der Schale arbeiten.

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Dünger und Gießwasser bringen gelöste Salze in den Topf, viele Dünger bestehen aus Salzen (Colorado State University). Nimmt die Pflanze Wasser auf oder verdunstet es aus der Erde, bleiben die Salze zurück und reichern sich im restlichen Wasser an (Virginia Tech, SPES-128; University of Maryland Extension 2023). Erst Wasser, das unten aus dem Topf abläuft, nimmt Salze mit (UC ANR, Tjosvold 2019). Zu viel Salz entsteht, wenn mehr gedüngt wird, als die Pflanze braucht, wenn Erde oder Substrat schon viel Salz mitbringen, wenn zu wenig abläuft oder wenn das Gießwasser selbst viel Salz enthält (Mattson, Cornell University). Viel gelöstes Salz kann der Pflanze die Wasseraufnahme erschweren (University of Maryland Extension 2023).

Wie viel Salz gelöst ist, zeigt der EC-Wert, die elektrische Leitfähigkeit: Er gibt an, wie viel Dünger verfügbar ist oder ob sich Salze angesammelt haben (Purdue Extension HO-237, 2009). Was der EC genau misst, steht auf der Seite zum EC-Wert. Bei der PourThru-Methode, englisch für durchgießen, fängst du das Wasser auf, das unten aus dem Topf läuft, und misst darin EC und pH. Laut Purdue stammt die Probe so aus dem ganzen Wurzelraum, die Pflanze bleibt im Topf, und es klappt auch mit Langzeitdünger (Purdue Extension HO-237). Den EC im Topf zu verfolgen sagt mehr als nur den EC der Düngerlösung, weil du siehst, was im Wurzelraum ankommt (Purdue Extension HO-285, 2018). Beschrieben ist die Methode für Gewächshäuser und Baumschulen in den USA, eine Anleitung eigens für Hobbygärtner haben wir nicht gefunden.

So läuft der Test nach Purdue HO-237, der NC State University (2000) und Cornell: Gieße wie gewohnt, bis unten etwas abläuft, und warte etwa eine Stunde. Purdue HO-237 und die e-GRO-Datenbank nennen 30 bis 60 Minuten, Cornell und die NC State University (2000) eine Stunde, Purdue HO-285 (2018) mindestens eine Stunde, NC State AG-717 (2009) für Baumschulen 30 Minuten bis 2 Stunden. Stell den Topf auf einen leeren Untersetzer und gieße oben gleichmäßig eine kleine Menge nach: 75 ml bei Töpfen mit 10 bis 15 cm Durchmesser, 100 ml bei einem flachen Azaleentopf mit 16,5 cm, 150 ml bei rund 3,8 Litern (Purdue HO-237, Tabelle 3). Unten sollen möglichst rund 50 ml herauskommen. Mehr als 60 ml (NC State University 2000) oder 70 ml (Purdue HO-237) verdünnen die Probe, der EC fällt dann zu niedrig aus. Miss möglichst sofort: Der EC bleibt stabil, solange nichts verdunstet, der pH ändert sich innerhalb von 2 Stunden (NC State University 2000). Für große Töpfe weichen die Mengen zwischen den Anleitungen voneinander ab, für rund 4 Liter etwa 120 statt 150 ml (NC State AG-717).

Umstritten ist, womit du nachgießt. Purdue HO-237, die NC State University (2000) und Cornell nehmen destilliertes Wasser. NC State AG-717 nimmt für Baumschulen das normale Gießwasser. Purdue HO-285 (2018) nimmt ausdrücklich die gewohnte Düngerlösung und kein reines Wasser, damit die Nährstoffe im Topf beim Messen nicht verdünnt werden. Wer bei jedem Gießen düngt, gießt laut der e-GRO-Datenbank der NC State University auch vor dem Test mit gedüngtem Wasser. Wer nur ab und zu düngt, etwa einmal pro Woche, gießt laut NC State University (2000) vorher mit klarem Wasser, misst ein bis zwei Tage vor dem nächsten Düngen und immer am selben Tag im Düngerhythmus. Sonst schwankt der Wert je nachdem, wie lange das Düngen her ist. Eine Untersuchung, wie stark die Wahl den Messwert verändert, haben wir nicht gefunden. Wichtig ist, immer gleich vorzugehen, damit sich die Werte vergleichen lassen (Purdue HO-237).

Miss auch dein Gießwasser. Ziehst du seinen EC vom EC des Ablaufwassers ab, bleibt der Anteil, der aus dem Topf kommt (NC State AG-717). Wie das Abziehen bei der Nährlösung geht, zeigt die Seite zum EC-Wert. Welcher Wert passt, hängt von der Pflanze und von der Messmethode ab. Beim PourThru liegen die Werte am höchsten, bei Auszügen mit viel Wasser wie der 1:2-Methode am niedrigsten (e-GRO-Datenbank, NC State University; Purdue HO-237). Vergleiche deinen Wert deshalb nur mit Tabellen für das PourThru-Verfahren, nicht mit Werten für Nährlösung oder Einstechfühler. Die Tabellenwerte gelten für den gemessenen Wert des Ablaufwassers, ohne Abzug. Der Abzug des Gießwassers zeigt dir nur, wie viel davon aus dem Topf stammt. Von einem Fühler direkt in der Erde rät Purdue ab, außer die Feuchte ist sehr gleichmäßig und es wird regelmäßig am selben Wochentag gemessen (Purdue HO-237). Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie nennt diese Messung „recht grob" (LfULG Sachsen 2009). Achte beim Messgerät auf Temperaturausgleich (Purdue HO-237) und auf den Messbereich: Ablaufwasser kann über 4 mS/cm liegen, Purdue nennt für die meisten etablierten Pflanzen 2,7 bis 4,6 mS/cm als normal (Purdue HO-237, Tabelle 2). Der Bluelab Conductivity Pen misst zum Beispiel bis 10,0 mS/cm (Herstellerangabe Bluelab).

Richtwerte haben wir nur aus der gewerblichen Produktion gefunden, je Pflanze im Kern aus einer Quelle. Wie viel Salz eine Pflanze verträgt, hängt auch davon ab, wie sie wächst: Im Gewächshaus mit viel Licht und guter Drainage verträgt sie ein Vielfaches dessen, was sie in der Wohnung aushält (University of Maryland Extension 2023). Die e-GRO-Datenbank der NC State University nennt beim PourThru für Basilikum und Minze 1,3 bis 2,0 mS/cm, für den Weihnachtsstern 2,0 bis 4,3 mS/cm. Purdue ordnet den Weihnachtsstern bei 2,6 bis 4,6 mS/cm ein (Purdue HO-237, Tabelle 1). Die Datenbank nennt getrennte Werte für „top" und „bottom" und schreibt dazu, dass für von oben und von unten gegossene Pflanzen eigene Empfehlungen gelten. Die Zahlen hier sind die „top"-Werte, also für Pflanzen, die von oben gegossen werden, und sie gelten für Pflanzen im Wachstum. Für Tomate und Paprika haben wir nur Werte für Jungpflanzen gefunden, für tragende Pflanzen keine. Ein einzelner Wert sagt ohnehin wenig: Purdue rät, die Werte über die Zeit aufzuschreiben, das sei der eigentliche Nutzen des Tests (Purdue HO-237). Die Methode ist schnell genug, um jede Woche zu messen (NC State University 2000). Steigt der EC über die Zeit an, rät die e-GRO-Datenbank, mit einigen Gaben klaren Wassers durchzuspülen.

Das deutlichste Zeichen angesammelter Salze ist eine weiße, kristalline Kruste auf der Erde oder am Topfrand (Colorado State University; University of Georgia 2022; Connecticut Agricultural Experiment Station). Dann nimmst du die Kruste ab (Colorado State University; University of Maryland Extension 2023) und spülst mit klarem Wasser durch, das unten ganz ablaufen soll (University of Maryland Extension 2023; e-GRO-Datenbank). Wie viel Wasser, ist umstritten: Die University of Maryland nennt mindestens das doppelte Topfvolumen, die University of Georgia nach unserer Umrechnung rund ein Fünftel des Substratvolumens in zwei Gaben (mit Gartenerde in der Mischung rund zwei Drittel), Colorado State zweimal bis zum Rand füllen, Connecticut etwa 20 Minuten Wasserstrahl. Spüle am besten vor dem Düngen, damit der frische Dünger nicht gleich ausgewaschen wird (University of Maryland Extension 2023). Mehr ist nicht besser: Zu viel Wasser begünstigt oft Erreger von Wurzelfäule (Virginia Tech, SPES-128). Ist sehr viel Salz im Topf, raten die Colorado State University und die University of Maryland, in frische Erde umzutopfen. Nach dem Gießen kommt das Wasser aus dem Untersetzer weg, der Topf soll nicht darin stehen (University of Maryland Extension, Colorado State University, University of Georgia). Laut University of Georgia können Untersetzer zu einer übermäßigen Ansammlung von Düngersalzen führen. Ausnahme sind Systeme wie AutoPot, die mit Wasser in der Schale arbeiten.

Mehr dazu

Quellen anzeigen (14)
  1. pH and Electrical Conductivity Measurements in Soilless Substrates (HO-237-W) · Camberato, Lopez und Mickelbart, Purdue Extension (2009)
  2. Pour-through Technique of Measuring Electrical Conductivity of the Substrate (HO-285-W) · Nemali, Purdue Extension (2018)
  3. Establishing a PourThru Sampling Program for Geraniums · Whipker, Fonteno, Cavins und Gibson, N.C. Flower Growers' Bulletin 45, NC State University (2000)
  4. The Pour-Through Extraction Procedure: A Nutrient Management Tool for Nursery Crops (AG-717-W) · LeBude und Bilderback, NC State Extension (2009), Kopie bei der Landwirtschaftsbehörde North Carolina
  5. Testing Container Media · Mattson, Cornell University, Horticulture Department
  6. Nutritional Monitoring: Basilikum (Ocimum basilicum), weitere Pflanzen über die Suche · e-GRO-Datenbank, Whipker (NC State University) und Owen (2018)
  7. Leaching Fraction: A Tool to Schedule Irrigation for Container-Grown Nursery Crops (SPES-128) · Owen, LeBude, Fulcher, Stanley und Oki, Virginia Cooperative Extension, Virginia Tech (2019)
  8. Soil Mixes Part 7: How much to Irrigate · Tjosvold, University of California Agriculture and Natural Resources (2019)
  9. Watering Indoor Plants · University of Maryland Extension (2023)
  10. 1339 - Leaching Salts From Potting Mixes · PlantTalk Colorado, Colorado State University Extension
  11. Growing Indoor Plants with Success (Bulletin 1318) · Pennisi, University of Georgia Extension (2022)
  12. Houseplants (Plant Pest Handbook) · The Connecticut Agricultural Experiment Station
  13. Einsatzmöglichkeiten von Schnelltests zur Düngungsoptimierung im Zierpflanzenbau · Dallmann, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Heft 10/2009
  14. Bluelab Conductivity Pen · Bluelab, Herstellerangabe

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